Im Interview mit meiner Verlegerin

„Ich schlüpfe gerne und mit Leichtigkeit in alle Rollen meines Daseins,“ sagt sie mit einem strahlenden Lächeln. Strahlend, sanft und bestimmt zu gleich. Das ist Fitnesstrainerin und Coach Doreen Horstmann. Ihre Arbeitszeiten als Trainerin und mentaler Coach organisiert sie so, dass Sie auch noch Zeit für Ihre Kinder hat. Sportliche Fitness und mentale Stärke stehen bei ihr täglich auf der Tagesordnung. 

Du bist Inhaberin eines Fitnessstudios. Was bedeuten Werte für dich?

Ich bin Inhaberin eines sehr kleinen Fitnessclubs, der nicht zu vergleichen ist mit einem geläufigen Fitnessstudio, dass im Grunde genommen wie ein Wohnzimmer erscheint, in dem Freunde willkommen sind. Vor Jahren war das natürlich nicht so. Es entwickelte sich im Einklang mit meinen Werten. Meine Werte haben sich in den vergangenen 10 Jahren seit Beginn meiner Selbstständigkeit enorm verändert. Werte an sich sind von großer Wichtigkeit. Meine wichtigsten Werte sind Freiheit, Freundschaft, Spaß und Gesundheit. Ich glaube, dass ich die Gäste unseres Fitness-Studios im Rahmen genau dieser Werte bediene. Sie dürfen sich frei und fröhlich fühlen, währenddessen sie etwas für ihre Gesundheit tun.

Als Coach und Trainerin unterstützt du Menschen in Sachen Körper und Geist. Was ist dabei für dich besonders wichtig?

Meine höchste Priorität im Coaching ist, mich selbst zurückzunehmen. Genau das ist die größte Herausforderung: immer und immer wieder. Ganz schnell kann es geschehen, seine eigene Geschichte mit der des Coaches zu vermischen. Besonders dann, wenn wir uns bereits privat kennen. Früher wollte ich immer jeden retten. Heute ist mir von Bedeutung, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Was bedeutet Karriere für dich?

Karriere ist etwas, die nur gelingen kann, wenn sie ein wichtiger persönlicher Wert ist. Für mich ist das nicht so. Zumindest weiß ich das heute. Ich will von allem etwas: mit der Familie zusammen sein, mich mit netten Menschen über das Leben austauschen, tanzen und lachen aber auch die Stille mit mir selbst genießen. Menschliche Begegnungen und Nähe bedeuten mir alles. Ich habe noch nie des Geldes wegen irgendetwas gemacht. Es musste immer einen Sinn haben, nämlich etwas mit Menschen zu tun haben.

Du bist Mutter von vier Kindern und Ehefrau. Wie bewältigst du den Alltag?

Ich bin der Überzeugung, dass es im Leben nicht um Bewältigung geht, sondern darum, einzutauchen und alles bewusst zu erfahren. Ich habe mich bewusst für meine Kinder entschieden. Es gab anstrengende Zeiten besonders als sie klein waren, aber ich fand diese selbstverständlich. Ich haderte nie mit meinem Los. Es war das, was ich mir ausgesucht hatte. Im Grunde genommen, habe ich einen schönen Alltag. Ich mache das, was ich machen will. Und natürlich gibt es Routinetätigkeiten. Diese gehören nun mal zum Leben dazu. Und nichts ist zu unwichtig, um nicht trotzdem mit Hingabe bewerkstelligt zu werden. Ich schlüpfe gerne und mit Leichtigkeit in alle Rollen meines Daseins.

Dein Schlimmstes Erlebnis?

Mein schlimmstes Erlebnis war die Zerrüttung meiner Familie, nachdem ich mich in meinen heutigen Mann verliebte und mich für ein Leben mit ihm entschied.

Dein Schönstes?

Meine schönsten Erlebnisse waren die ersten Begegnungen mit meinen Kindern: Sie zu spüren und zu riechen.

Welchen Rat gibst uns mit auf den Weg?

,,Jeder hat recht.“ ,,Leben und leben lassen.“

Wenn wir das berücksichtigen würden, gäbe es weniger Frust und mehr Freude. Menschsein bedeutet, mit beiden Seiten einer Medaille klarkommen zu müssen.

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